Startseite » Gesundheit » Sexualität » Partnerschaft » Sex in den Wechseljahren

Sex in den Wechseljahren

Mit den Wechseljahren ist das Leben der Frau im Umbruch: Der Östrogenspiegel sinkt, der Hormonspiegel schwankt und mit den Hormonen schwindet die sexuelle Lust – so das Klischee. Über Missverständnisse der weiblichen Sexualität ab 50-plus – Was die Wechseljahre mit Körper und Seele anstellen und wie Frauen damit am besten umgehen.

Sex in den Wechseljahren

Bei manchen Frauen steigert sich die Lust im Alter, bei anderen nicht. Bildquelle: fotolia.com©Photographee.eu (CC0 1.0).

Hormoneller Umschwung in den Wechseljahren

Wann Frauen ihre letzte Regel bekommen ist unterschiedlich – im Durchschnitt haben Frauen ihre letzte Menstruation mit 52 Jahren. Nach ihrer letzten Menstruation beginnen dann die sogenannten Wechseljahre – in der medizinischen Terminologie umschrieben mit dem Begriff Klimakterium. Diese Jahre bezeichnen eine natürliche Umbruchsphase im Hormonhaushalt vor und nach der Menopause – dem Zeitpunkt der letzten Regel. Circa zehn Jahre dauert diese seelische, psychologische und physiologische Umstellung.

Die Ursache: In den Eierstöcken sinkt der Östrogenspiegel in dieser Lebensphase beständig bis auf ein Minimum, während der Testosteronspiegel steigt.

Die Folgen: die Figur ändert sich und der Körper altert schneller, denn das männliche Sexualhormon Testosteron sorgt dafür, dass die Kopfhaare dünner werden und sich spröder anfühlen, oder dass sich Fett am Bauch festsetzt. Zudem trocknen die Schleimhäute aus. Durch weniger Durchblutung verlieren sie an Elastizität, sodass die Vagina trockener und weniger dehnbar wird. Hinzu kommen Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen – sogar Depressionen können auftreten.

Das kann natürlich Auswirkungen auf die weibliche Sexualität haben – die Qualität, Quantität und Intensität sexueller Empfindungen ändert sich. Aber, wie und ob sich die Schwankungen im Östrogenspiegel auf die Sexualität auswirken, ist bei jeder Frau anders und wissenschaftlich umstritten.

Libido-Mangel versus Mehr Lust

Zwei Extreme stehen sich gegenüber. Entweder kommt es zu einem Libido-Mangel, wo im Gegensatz zu früher die Lust auf Sex rapide abnimmt, oder zu einem größeren sexuellen Verlangen,  wo die Suche nach körperlicher Sehnsucht immer mehr den Lebensmittelpunkt bestimmt und die Sehnsucht nach erotischen Abenteuern zunehmen kann. Viele Frauen erleben dann ein Gefühl der Befreiung  –  sie haben Lust, neue Erfahrungen zu sammeln, die eigene Sexualität neu zu entdecken und andere Spielarten kennenzulernen, sei es mit dem Partner oder anderweitig. Portale wie www.milf-finder.org können dabei helfen, den geeigneten Partner zu finden, um erotische Fantasien auszuleben.

Damit verbunden sind zwei Probleme. Erstens: in einer immer älter werdenden Gesellschaft – demografischer Faktor – ist es doch grundsätzlich erstaunlich, dass Sexualität im Alter in vielen gesellschaftlichen Teilen und in der breiten Öffentlichkeit weiterhin als Tabuthema erscheint. Besonders alternde Frauen trifft dies hart: es ist grundsätzlich nicht einfach, in einer Gesellschaft älter zu werden, die lediglich jungen Frauen Attraktivität und sexuelle Lust zugesteht, während ältere Frauen nicht zu zählen scheinen.

Zweitens: grundsätzlich muss das Thema Wechseljahre und Sexualität differenziert betrachtet werden. Aus medizinischer Sicht werden sexuelle Störungen unterteilt nach Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, Libido-, Erregungs-, Orgasmusstörungen und Hypersexualität. Diese Störungen setzen sich aus physiologischen, psychologischen, seelischen und partnerschaftlichen Anteilen zusammen. Diese Aspekte existieren nicht unabhängig voneinander.

Und hier liegt das Problem. Es kommt auf die Perspektive an: die Ursache für den Libido-Mangel bei Frauen in den Wechseljahren ist bisher nicht befriedigend erforscht,  denn zu  jedem einzelnen Themengebiet der Sexualstörungen existieren viele unterschiedliche Ansätze. Eine allumfassende Erklärungs- Formel ist da schwierig.

Pionierarbeit in diesem Feld leistete dennoch das amerikanische Kinsey Institute der Indiana University. Das Phänomen wurde von Forschern  als neue Sexualstörung: HSDD „Hypoactive Sexual Desire Disorder“ (Verminderter Sexueller Antrieb) definiert. Aber, im Vordergrund steht hier der Hormonmangel, also somatische Aspekte – die körperlichen Faktoren. Seelische Ursachen berücksichtigen viele Ärzte nicht, wie Zukunftsängste oder Stress. Auch die Dauer und Qualität einer partnerschaftlichen Beziehung kann eine Rolle spielen.

Libido-Mangel und was Frau dagegen machen kann

Aus somatischer Betrachtungsweise ist die Erklärungs-Argumentation deshalb eindeutig: der körperliche Östrogenabbau der Wechseljahre hinterlässt seine Spuren: Brüste und Schamlippen fühlen sich weniger prall an, weil das Bindegewebe an Elastizität verliert. Die Vorhaut der Klitoris zieht sich zurück und die Durchblutung der Scheide nimmt ab. Sex verursacht dann Schmerzen und deshalb nimmt auch die Sehnsucht danach ab. Hinzu kommt eine Erregungsstörung, inklusive der Unfähigkeit zum Orgasmus.  Deshalb die Hypothese:  die Durchblutung der Vagina könnte – ähnlich wie bei den Erektionsstörungen der Männer – bei weiblichen Erregungsproblemen eine entscheidende Rolle spielen. Hier können Hormonbehandlungen oder auch diverse Gleitcremes helfen.

Sex in den Wechseljahren

Durch den Hormonabbau der Wechseljahre kommt es zu vaginalen Durchblutungsstörungen. Bildquelle: fotolia.com © Africa Studio (CC0 1.0).

Die paartherapeutische Perspektive geht von folgender Prämisse aus: wenn die Lust auf Sex fehlt, gefällt der Frau vielleicht nur nicht, wie sie ihn mit Ihrem Partner erlebt und hat die routinierten Kompromisse satt. Hier können Sexual- oder Paartherapeuten helfen. Oder: Um ein erfülltes Sexleben zu genießen, bedarf es der Kommunikation. Also – Reden hilft.

Zusammenfassend heißt das:  Besonders Hormon- und Durchblutungsstörungen können sich durch eine medikamentöse Therapie gut beheben oder mindestens lindern lassen. Die psychischen oder partnerschaftlichen Probleme hingegen fallen im Ernstfall in den Bereich von sexualmedizinisch geschulten Therapeuten.

Spezialist auf diesem Gebiet ist der Hamburger Sexualtherapeut Dr. Sievers. In seinem 2007 erschienen Sachbuch „Dr. Sievers Sprechstunde Sprechstunde – Neue Wege zu einer unbeschwerten Sexualität“ gibt der erfahrene Arzt in einfacher Sprache Einblicke in die sexualwissenschaftliches Diskussion.

Mehr Lust in den Wechseljahren  

Zur Erklärung des anderen Extrems –  die zunehmende Lust mit den Wechseljahren – wird oft angeführt, dass Östrogen keinen Einfluss auf die Fähigkeit, Erregung und Lust zu erleben, habe. Umfragen belegen diese These: in und nach den Wechseljahren verlieren Frauen ihre Lust am Sex nicht, wie eine repräsentative Studie belegt. Zwischen 50 und 60 wünschen sie sich sogar durchschnittlich mehrmals im Monat Sex. Das Erstaunliche, gerade ältere Frauen zwischen 60 und 70 Jahren sind sexuell aktiver: „Während 1994 nur rund 31 Prozent von ihnen Sex hatten, sind es heute 42 Prozent“, heißt es in der Langzeitstudie. Zwar findet der Liebesakt seltener statt, dafür steht aber die Qualität im Vordergrund.

Die Gründe: Menschen bleiben länger körperlich fit – und das eben auch im Bett. Zudem sind Frauen heute in der liberaleren Gesellschaft selbstbewusster, was ihre Sexualität angeht.

Auch weil die Verhütung kein Thema mehr ist und die lästige Menstruation der Vergangenheit angehört, führt das zu einer neuen Freiheit und Ungezwungenheit beim Sex in den Wechseljahren und darüber hinaus.

Viele Frauen sind gelassener und entspannter, weil auch viele Belastungen und Stressfaktoren vorbei sind – die meisten Frauen haben beruflich etwas erreicht und müssen sich nichts mehr beweisen. Zudem sind die Kinder aus dem Haus, und können nicht mehr ins Schlafzimmer reinplatzen, wenn…

Zusammenfassend heißt das:  hier bestimmen weniger die biologischen Veränderungen den Sex in Wechseljahren. Die sozialen Faktoren sind wichtiger: die Gesellschaft, die Lebensumstände und die Qualität der Partnerschaft.

Über Doc Young

Michael "Doc" Young - Seit 8 Jahren Experte im Bereich gesundheitliche Ernährung und Nahrungsergänzung.

Artikel kommentieren

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.Erforderliche Felder sind markiert *

*

x

Check Also

Fremdgehen Wiki für ein Abenteuer

Fremdgehen Wiki für ein Abenteuer

Inhaltsverzeichnis1 Fremdgehen Alibi2 Fremdgehen Ort3 Fremdgehen im Hotel – ein praktischer Ratgeber4 Fremdgehen Tipps Eine Beziehung basiert in ...